Was denkt J. Treppen über die Ehe von Effi
Mit der Zeit hatte man die Hoffnung, dass die Protagonisten noch zusammenleben könnten. Aber nicht nur die Verheiratung sondern auch die Ehe selbst ist den gesellschaftlichen Regeln unterstellt. Effi ist von ihrem Mann in der ersten Zeit in ihrer neuen Heimat alleingelassen worden, in einem Haus, in dem sie Angst hatte (sie hatte den Eindruck, dass es dort spuckt). Innstetten nimmt keine Rücksicht auf die Bedürfnisse seiner jungen Frau, weil er mit seiner Arbeit beschäftigt ist, und er vernachlässigt seine Ehe deswegen bewusst. Innstetten entschuldigt sich selbst auf solche Weise: ,,[...] ich habe keine Wahl, ich bin ein Mann im Dienst, ich kann zum Fürsten oder zur Fürstin nicht sagen: Durchlaucht, ich kann nicht kommen, meine Frau ist so allein, oder meine Frau fürchtet sich. Wenn ich das sagte, würden wir in einem ziemlich komischen Licht dastehen [...]"(vgl. Treppen 1994, 191) . Er hatte damit zwar recht, aber er hat sich keine Mühe gegeben um die goldene Mitte zu finden. Effi als Frau spielt in ihrer Beziehung zu Innstetten die untergeordnete Rolle. Effis Unterwürfigkeit macht sich auch in ihren sprachlichen Äußerungen bemerkbar, statt ihn mit dem Namen zu nennen, benutzt sie entweder den Nachnamen oder den Titel "Herr" (vgl. Treppen 1994, 159).